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Blasen an den Füßen: Warum tun Wanderer sich das an?

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Nur 72 Stunden bevor ich diesen Satz schrieb, war ich nach einem langen Wandertag mit der Behandlung meiner Blasen beschäftigt. Ich hoffte bei, dass eine Gruppe von Dachsen, die ich im Dunkeln herumschnüffeln hören konnte, nicht blind über mich stolpern. Ich vermisse diese Dachse. Dies ist der Versuch einer Erklärung, warum Wanderer Blasen und Dachse in Kauf nehmen. Warum wandern Wanderer?

Am Anfang steht oft ein Plan, der unter Freunden diskutiert wird

Vielleicht findet die Planung innerhalb einer extra dafür ins Leben gerufenen WhatsApp-Gruppe statt. Ich persönlich bespreche meine Planung gerne gemeinsam mit meinen Freunden oder meiner Familie im Pub bei einem Bier. Für diesen speziellen Trip traf ich mich mit zwei Freunden und wir machten unsere Planung basierend auf einer aktuellen Karte vom Gebiet des Wye Valley und des Forest of Dean. Wir wollten nicht durch zu viel Planung das Abenteuer verderben, aber einen groben Ausgangspunkt mit eventuellen Sicherheitserwägungen ausmachen und die voraussichtlich auf der Tour zurückgelegte Entfernung festlegen.

Bereits in diesem Moment werden die Vorteile des Wanderns für uns erkennbar. Wir haben unserer Seele einen Vorgeschmack auf das bevorstehende Abenteuer gegeben, unseren Ausflug in die freie Natur geplant und wir haben das alles gemeinsam als Team gemacht. Die Mitglieder unserer Gruppe haben unterschiedliche Fähigkeiten, Erfahrungen und Ziele, aber gemeinsam bauen wir Vertrauen auf, erreichen Kompromisse und entwickeln ein Verständnis füreinander und die Natur. Dinge, die sich nur selten über eine Messenger-Gruppe vermitteln lassen. Es ist eine Ausrede, um menschliche Beziehungen zu pflegen. Ich weiß, das klingt ein wenig übertrieben, aber ehrlich gesagt brauche ich diese Ausrede manchmal.

Das Packen beginnt

Als ich anfing zu wandern und zu campen, dachte ich, dass es beim Abenteuer im Freien darum geht, möglichst viel Ausrüstung zu kaufen, um jeder Witterung gewachsen zu sein. Jetzt weiß ich, dass es darum geht, die richtige Ausrüstung zu kaufen, damit man weniger tragen muss und die wesentlichen Dinge viel intensiver genießen kann. Hier sind die Fragen, die ich mir gerne stelle, um sicherzustellen, dass dies der Fall ist:

  1. Brauche ich das, um am Leben zu bleiben?
  2. Wenn ich es nicht mitnehme, wird mein Spaß an der Reise beeinträchtigt?

Frage 1 ist entscheidend. Es gibt einige Basics, die du immer mitnehmen musst, um deine Sicherheit zu gewährleisten. Wenn Frage 1 mit „Nein“ beantwortet wird, ist Frage 2 etwas subjektiver, geht aber schon ganz eindeutig in Richtung Minimalismus. Mein Rat ist es, zu packen, ohne zu viel darüber nachzudenken, und dann die oben genannten Fragen für jeden Ausrüstungsgegenstand zu stellen. Nur du kannst entscheiden, was für dich erforderlich ist. Dieses Vorgehen sollte dir das Gefühl geben, einen Teil des Ballasts der modernen Zeit über Bord zu werfen. Es sollte es dir ermöglichen, in die Umgebung um dich herum einzutauchen. Sieh es nicht als Arbeit, sondern als eine Art von Meditation.

Abgebildeter Rucksack: Talon 22

Der Lohn einer Wanderung

Du bist geduscht, die Ausrüstung ist gepackt und nun stehst du am Anfang deiner Reise. Vor dir liegen viele Kilometer, Hunderte von Höhenmetern, stundenlanges Wandern und vermutlich auch ein paar Schwierigkeiten. Warum tust du das? Nun, hier ist, was ich von einer Reise mitnehme und du kannst entscheiden, ob es sich lohnt.

1. Du verlässt die Rahmenbedingungen deines täglichen Lebens

Damit meine ich nicht, dass wir alle versuchen sollten, unserem Leben zu entkommen. Wir haben geliebte Menschen, wir haben Hobbys und wir sind zufrieden mit unserem Leben. Mein Ziel ist es, der Routine zu entfliehen, auch wenn nur für einige Tage. Es geht darum, einem Schreibtisch oder den Bildschirmen zu entkommen, an denen ich zu Hause sitze.

2. Natur ist nichts für Outdoor-Experten, sondern für Menschen

Es besteht die Gefahr zu denken, dass es nicht jedermanns Sache ist, zur Natur zurückzukehren und mehr über seine Umgebung zu erfahren. Damit will ich sagen, dass du die Natur genauso liebst wie jeder andere, aber bei weitem nicht annähernd erfahren oder gerüstet genug für ein Abenteuer in den Bergen bist. Dies könnte falscher nicht sein. Einer meiner Freunde hat mich einmal in einem Paar ausgetragener Turnschuhe begleitet. Sicher, seine Füße voller Blasen bereute er aus vollem Herzen, aber er wollte sich nicht bloß wegen eines fehlenden Ausrüstungsgegenstands von unserer Wanderung abbringen lassen. Es kostet fast nichts, durch einen Wald zu spazieren und an einem Fluss entlangzuschlendern. Wandern setzt zumindest bei kurzen Strecken absolut kein Vorwissen voraus. Es kann von jeder und jedem genossen werden, man muss es einfach nur tun.

3. Schweigen ist Gold

Beim Wandern mit Freunden geht es in gewissem Maße um die Kameradschaft. Es geht auch um die Stille. Auf diesem letzten Trip, als wir schon etwa fünf Stunden zu Fuß unterwegs waren, hatte ich ganz wunde Füße, und die Unterhaltung war gänzlich verstummt. Das war keine schlechte Sache. Während dieser Perioden der Stille findet man die typischen Phasen des Insichkehrens, die jede Wanderung bieten kann.

Sie beginnt mit der Konzentration auf deinen schleppenden Gang. Du versuchst nur, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ab und zu spürst du die Brise auf deiner Haut. Die Blätter und das Gras rascheln. Die Zeit verschwindet nicht, aber sie verliert an Bedeutung. Allmählich beginnt sich dein Geist in sich selbst zurückzuziehen und ohne, dass du es wahrnimmst, ebbt der Schmerz in deinen Füßen ab. In dieser Phase denkst du über nichts mehr nach. Nur gelegentlich driftet ein sinnvoller Gedanke ins Bewusstsein, bevor er sich wieder verflüchtigt, sobald du Schritt für Schritt deinen langsamen Trott fortsetzt. Einige nennen es Achtsamkeit. Wanderer nennen es Wandern.

4. Es gibt eine Welt außerhalb deiner Welt

Ich habe diesen Artikel mit dem Schreiben über neugierige Dachse begonnen. Naja, ich habe sie nicht nur erwähnt, um meine Einleitung aufzulockern. Am Ende des ersten Tages dieser Wanderung lag ich vielleicht eine Stunde lang still da und hörte nur zu, wie der Wald um mich herum erwachte. Das war ein regelrechtes Getöse. Anfangs war ich leicht mürrisch, weil ich nicht sofort einschlafen konnte. Zugleich war ich aber auch überwältigt, wie lebendig der Wald war. Wenn man im Wohnzimmer sitzt und Netflix schaut, vergisst man leicht, dass außerhalb der eigenen vier Wände eine Welt existiert. Es gibt eine Wildnis da draußen…

Und das ist alles. Wandern bedeutet, mit Freunden zu planen, Minimalismus zu leben, Stille zu genießen, sich von einer Routine zu lösen und zur Natur zurückzukehren. Der Preis dafür? Manchmal Blasen an den Füßen und gelegentlich auch Dachse, die mitten in der Nacht blind über dich stolpern.

Was nimmst du von deinen Wanderungen und Trekkingtouren mit? Lass unten einen Kommentar und teile deine Storys.

Autor: James Walls von unserem Osprey Team

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