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Trekking am Mount Damavand im Iran

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Trekking am Mount Damavand im Iran

Osprey Abenteurerin Fabiola Straub bestieg im August 2019 ihren ersten 5000er. Fabiola hat viel erlebt und teilt mit uns mehr über ihr Abenteuer!

Trekkingtag 1: Am Fuße des Damavand

Am 27. August geht es am Fuße des Damavands für meinen Freund Nic, unseren Guide Reza und mich los. Da unsere großen Trekkingrucksäcke Osprey Kestrel 58 und Kyte 66 von Mulis bis zum ersten Camp auf 4.000m getragen wurden, mussten unsere Tagesrucksäcke Talon 18 und Tempest 20, uns mit allem versorgen, was wir für die erste Etappe brauchen würden.

Der Vulkan, Damavand, vor uns scheint größer denn je und meine Hoffnung auf einen Gipfelerfolg wird zunehmend kleiner. Mir wird schmerzlich bewusst, dass wir uns bereits jetzt fast auf der Höhe der Zugspitze befinden und jeder Schritt eine kleine Überwindung bedeuten wird. Dennoch laufen wir voller Abenteuerlust los und merken bereits nach wenigen Minuten, dass wir viel zu schnell unterwegs sind. Reza mahnt uns mehrmals, unser Tempo zu verringern. Das hier sind nicht die Alpen. Es fällt uns recht schwer, unsere gewohnte Geschwindigkeit zu vergessen und uns den Schritten des Guides anzupassen. Immer wieder demonstriert er uns die richtige Atmung und warnt uns, keine Pausen zu machen.

Mittags kommen wir früher als geplant am ersten Camp an. Die einfache Blechhütte mit Runddach scheint gar nicht so hoch zu liegen, aber die sanft ansteigende Flanke des Vulkans trügt. Mit 4.000m befinden wir uns bereits 200m über dem höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner. Die ersten 1.100 Höhenmeter waren zwar anstrengend, fielen uns aber doch leichter als gedacht. Wir sind voller Zuversicht, nach einer kurzen Mittagspause wieder aufzubrechen und uns auf den Weg zum zweiten Camp auf 4.600m zu machen. Nach einem 30-minütigen Mittagsschlaf in der Sonne müssen wir aber leider den Tatsachen ins Auge blicken. Ich hatte Nics Müdigkeit für normal gehalten und der Anstrengung der Wanderung zugeschrieben. Ihm geht es jedoch minütlich schlechter und schon bald erleben wir die Symptome der Höhenkrankheit hautnah. An Weitergehen war nun nicht mehr zu denken. Reza entscheidet, ihn weiter schlafen zu lassen und wir beide machen uns daran, unsere Zelte in der Nähe des Shelters aufzubauen. Wir würden die erste Nacht auf 4.000m verbringen und später noch 200 Höhenmeter aufsteigen, um uns zu akklimatisieren. Die Regel ist: steige höher, schlafe tiefer.

Nach unserer kleinen Akklimatisierungstour eröffnet sich unser nächstes Problem: Trotz Mütze, Baselayer und Daunenjacke will es Nic nicht warm in seinem Schlafsack werden. Nicht nur der Gipfelerfolg scheint immer unwahrscheinlicher, auch das Erreichen des zweiten Camps rückt in weite Ferne.

Trekkingtag 2: Der Aufstieg auf 4.600m

Nach einer extrem stürmischen und regnerischen Nacht werden wir um 7 Uhr von Reza geweckt. Aufgrund von Nics schlechtem Zustand hat er entschieden, unsere ursprünglichen Pläne von einer Besteigung in 3 Tagen umzuwerfen und uns so viel Zeit zu geben, wie wir eben brauchen. Nic konnte tatsächlich die ganze Nacht durchschlafen und fühlte sich deutlich besser.

Das Atmen wird allerdings mit jedem Schritt schwerer, die Wege werden immer undeutlicher und Reza muss oft sein GPS Gerät zu Rate ziehen. Obwohl die zweite Etappe nur 600 Höhenmeter umfasst, wird uns schnell klar, dass der erste Tag dagegen ein Spaziergang war. Ab der Hälfte der Strecke müssen wir vermehrt unsere Hände zu Hilfe nehmen, es wird mehr ein Kraxeln als ein Wandern.

Nachmittags erreichen wir schließlich das Ende der zweiten Etappe und stehen tatsächlich auf 4.600 Metern über dem Meeresgrund. Bis ca. 4.000m Höhe ist alles unter uns in eine dichte Nebeldecke gehüllt, ein Anblick, den ich sicher nie vergessen werde. Es fühlt sich magisch an und obwohl die Sinne so hoch oben gestärkt sind, ist der Moment dennoch kaum greifbar. Nach einem atemberaubenden Sonnenuntergang kehren wir zum Shelter zurück.

Trekkingtag 3: Der Gipfeltag

Um 2 Uhr morgens hört man aus allen Ecken des Shelters die Handywecker klingeln. Ich fühle mich müde und schlapp, doch der Gedanke an den bevorstehenden Aufstieg weckt schnell meine Lebensgeister. Acht iranische Bergsteiger haben sich uns angeschlossen, sie vertrauen der Wegführung unseres Guides. Es ist eiskalt, um die -15 Grad, und der Wind bläst unerbittlich. Je höher wir steigen, desto schlechter ist der richtige Weg zu erkennen. Zudem wird es immer steiler und wir brauchen immer wieder unsere Hände, um voran zu kommen.

Jeder Schritt ist inzwischen eine Überwindung, wir befinden uns auf knapp 5.000 Metern über dem Meeresgrund. Nach wenigen Minuten jedoch scheint der Weg plötzlich zu enden, wir sehen nichts als Eis vor uns. Wir hatten keinerlei Gletscher-Ausrüstung eingepackt und mit solchen Verhältnissen um diese Jahreszeit auch nicht gerechnet. Innerhalb weniger Sekunden ist meine Entscheidung klar: Der Gipfel ist es nicht wert, unser Leben aufs Spiel zu setzen und somit kehrten wir zum Camp 2 um.

Looking back:

Es gibt nicht viele Gipfel, die wir auf unseren zahlreichen Touren in den Alpen aufgegeben haben. Egal wie erschöpft wir waren oder wie schwer unsere Beine schienen, wir pushten uns gegenseitig und standen früher oder später doch immer am Gipfelkreuz. Müssen wir uns also ärgern, dass wir diesmal so kurz vor dem Ziel aufgegeben haben? Bedeutet das, dass wir einfach nicht fit genug waren? Ich würde sagen: nein. Natürlich ist es schade, dass wir das eigentliche „Ziel“ unserer Reise nicht erreicht haben. Dennoch sind wir bis auf knapp 5.000m aufgestiegen und können definitiv stolz auf uns sein. Nicht nur, weil wir es so weit geschafft haben, sondern auch, weil wir im richtigen Moment die wahrscheinlich beste Entscheidung getroffen haben.

Auch unser Guide hat vor sieben Jahren seinen ersten Besteigungsversuch abbrechen müssen, und zwar auf 4.200m. Er meinte, dass er ganze fünf Jahre brauchte, um es ein zweites Mal zu versuchen. Mal sehen, ob auch wir in fünf Jahren auf dem Gipfel des Damavands stehen werden.

„Würdest Du es nochmal tun?“ Diese Frage wurde mir seit unserer Damavand-Besteigung im August mehrmals gestellt. Noch immer fällt mir eine klare Aussage schwer. Nur am Abend unserer Rückkehr in die Millionenstadt Teheran war meine Antwort eindeutig: Niemals! Drei Wochen später, blicke ich mit gemischten Gefühlen zurück. Die Strapazen dieser drei Tage am höchsten Berg des Orients werde ich mit Sicherheit lange in Erinnerung behalten. Die körperlichen, aber auch seelischen Belastungen übertrafen alles, was ich bis dahin erlebt hatte. Dennoch werde ich die Entscheidung, den Damavand mit 5.671m, zu besteigen, niemals bereuen.

KESTREL & KYTE QUOTE

“Der Kestrel 58 und Kyte 66 haben meine Erwartungen an einen guten Trekkingrucksack mehr als erfüllt. Beide konnten zum Transport im Koffer auf minimale Größe reduziert werden, boten auf der Wanderung jedoch ausreichend Platz für unsere umfassende Ausrüstung, inklusive Zelt, Kameraausrüstung, Schlafsack, Isomatte, Verpflegung, Kleidung, Tagesrucksack, Campingkocher und anderen Kleinigkeiten. Die Tragesysteme ließen sich optimal auf unsere jeweiligen Rückenlängen und -formen anpassen.“

Fabiola Straub

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