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Ultraläufe mit Sascha Gramm

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Sascha Gramm

275 km. 7 Tage. Eine legendäre Ausdauerleistung

Sascha Gramm ist ein Ultraläufer aus Deutschland, der schon eine ganze Reihe großartiger Leistungen vollbracht hat. Er liebt extreme Herausforderungen und lebt für sein nächstes Abenteuer.

Aber was passiert, wenn der letzte Versuch einer Herausforderung in einer Rettungsaktion und einem Kampf ums Überleben endet? Genau das erlebte Sascha Gramm beim Ultra Norway Race, als er sich bei schlechtem Wetter und ohne GPS-Signal allein im Hochgebirge verirrte. Und doch war Sascha nur wenige Monate nach seiner Rettung wieder auf dem Weg, um den Grand to Grand Ultra erfolgreich zu bestreiten – eine legendäre Ausdauerleistung unter ebenfalls extremen Bedingungen in einer der entlegensten Gegenden Amerikas.

Wir haben uns mit Sascha unterhalten, um zu erfahren, wie er sich auf den Grand to Grand Ultra vorbereitet hat, was seine unvergesslichsten Momente während des Rennens waren und wie ihm seine Erfahrung in Norwegen in den schwierigsten Momenten geholfen hat.

War es nach deinen Erfahrungen beim Ultra Norway schwierig, sich für die Teilnahme am Grand 2 Grand Ultra (G2G) zu entscheiden?

Nur wenige Tage nach meiner Rückkehr aus Norwegen beschloss ich, dass ich den Lauf vom Grand Canyon zur Grand Staircase unbedingt in Angriff nehmen wollte. Wahrscheinlich ist es vergleichbar mit dem Reiter, der vom Pferd fällt und gleich wieder aufsteigt.

Vor ein paar Jahren besuchte ich mit meiner Frau den Grand Canyon National Park und wir machten einen Hubschrauberrundflug über dieses beeindruckende Gebiet. Mit G2G besteht die Möglichkeit, diese gewaltige, imposante Natur mit ihren unterschiedlichen Facetten hautnah zu erleben, und das machte den besonderen Reiz aus. Unberührte Orte kann man manchmal nur abseits entwickelter Gebiete erleben, was ich bereits von anderen Rennen rund um den Globus kenne.

Nach den Erfahrungen, die ich in Norwegen gemacht hatte, hatte ich keine Bedenken, meine nächste Herausforderung anzunehmen. Im Gegenteil, die Vorfreude und Aufregung, die ich verspürte, war besonders groß. Der Grand to Grand Ultra erstreckt sich über 275 km auf sechs Etappen in sieben Tagen und ist ein einzigartiges Erlebnis in einer atemberaubenden Landschaft, die nur wenige Menschen jemals zu Gesicht bekommen.

Wie hast du dich auf den G2G vorbereitet?

Für mich ist die mentale Vorbereitung auf ein mehrtägiges Etappenrennen jenseits der Zivilisation unerlässlich.

Da Körper und Geist unzertrennlich zusammengehören, sind für mich eine positive Grundeinstellung und die Freude an den eigenen Aktivitäten Grundvoraussetzung, um erfolgreich das Ziel erreichen zu können.

Bei einem Etappenrennen kann viel passieren. Meiner Meinung nach benötigt man nicht nur ein Ziel, sondern mehrere Ziele. Wenn das erste Ziel – zum Beispiel eine gute Platzierung – aus bestimmten Gründen nicht erreicht werden kann, benötigen man ein alternatives Ziel – zum Beispiel ein gutes Finish – um motiviert zu bleiben.

Ich gehe gedanklich bestimmte Szenarien durch und frage mich, was ich tun werde, wenn bestimmte Situationen eintreten. Wenn eine dieser Situationen dann tatsächlich eintritt, reagiere ich weniger hektisch, weil ich mich bereits im Vorfeld mit der Situation auseinandergesetzt habe.

Abgesehen von der mentalen Vorbereitung ist mir seit dem Ultra Norway Rennen mehr denn je bewusst, wie unverzichtbar eine gute und zuverlässige Ausrüstung ist. Der Veranstalter stellt in der Regel nur Wasser und ein Zelt zur Verfügung, das von acht Läufern geteilt wird (während des Rennens muss man auf Dusche, sanitäre Anlagen und Privatsphäre verzichten können). Alles andere, was man während des Rennens benötigt, muss in den Rucksack passen. Ein großer Teil des Gesamtgewichts (etwa 10,5 kg) entfällt auf die Verpflegung, für die man selbst verantwortlich ist. Es ist wichtig, dass man gut gerüstet ist, damit man zuversichtlich und positiv in das Rennen gehen kann.

Für den Grand to Grand Ultra fiel Saschas Wahl beim Rucksack auf den Talon Pro 30. Leicht, langlebig und den Herausforderungen extremer Outdoor-Bedingungen gewachsen.

„Der Talon Pro war schon immer ein treuer Begleiter bei meinen sportlichen Herausforderungen. Alles, was ich bei einem Rennen fernab der Zivilisation benötige, passt in und auf diesen 30-Liter-Rucksack – einschließlich Schlafsack oder Matte, Kochutensilien, Ausrüstung und Lebensmittel, die in den leicht zugänglichen Hüfttaschen verstaut werden können. Der Rucksack ist außerdem individuell einstellbar, um eine körpergerechte Passform zu erreichen, die bequem ist und nicht scheuert.“

Was war der schwierigste Teil der Route?

Das G2G ist ein sehr anspruchsvolles Etappenrennen. Zu der Strecke gehören steile Anstiege und Abstiege über Felsmassive, Felsblöcke, Geröll und Felder, die alle von Kakteen, Flussläufen und Dünen durchsetzt sind. Außerdem waren die Temperaturen den Einheimischen zufolge höher als üblich.

Der schwierigste Teil war für mich jedoch nach gut 85  km und mehr als 10 Stunden auf unterschiedlichem Terrain die Königsetappe, als ich über 13 haushohe Sanddünen laufen musste. Die Sonne war untergegangen und nur ein kleines LED-Licht, das an der Wegmarkierung befestigt war, zeigte mir den Weg durch die Nacht. Der einzige Vorteil war, dass ich in der Dunkelheit wenigstens nicht sehen konnte, wie viele Dünen noch vor mir lagen!

Sie ohne mehrmalige Pausen zu erklimmen, kam nicht in Frage. Als ich also die Spitze jeder Düne erreichte, setzte ich mich hin und genoss für ein paar Sekunden den spektakulären Sternenhimmel. Aus dieser Freude schöpfte ich weitere Energie für die verbleibende Strecke bis zum Etappenziel.

Als ich so kurz nach meiner Erfahrung beim Ultra Norway am G2G teilnahm, empfand ich immense Dankbarkeit, Demut und Freude und konnte die schönen Momente wirklich aufsaugen. Ich war in der Lage, die schwierigen Situationen, die ein Rennen immer mit sich bringt, viel leichter zu überstehen.

Was war dein unvergesslichster Moment?

Es gab viele, aber den Gänsehautmoment kurz vor dem Startschuss bei Sonnenaufgang direkt am Grand Canyon, nachdem die US-Nationalhymne gespielt wurde, werde ich wohl nie vergessen.

Während der fünften Etappe verlief die Route durch einen Slot Canyon. Das Zusammenspiel von Farben und Licht war einmalig und hat mich dazu gebracht auf diesem Zwischenabschnitt vor Freude laut zu jubeln.

Am Ende des Rennens, im Zielbereich, wurden wir von ausgeschiedenen Teilnehmern begrüßt, die den Finishern mit eisgekühlten Getränken gratulierten, wofür wir alle sehr dankbar waren!

Was steht für dich als nächstes an?

Ich trainiere gerade für zwei Events – in zwei sehr unterschiedlichen und einzigartigen Umgebungen.

Anfang März werde ich im Rahmen der „Continental Challenge“ die Ultra ASIA Race in Vietnam bestreiten. Das Ziel ist es, 160 km in vier Tagen als Selbstversorger bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit zu absolvieren. Die Strecke führt durch zahlreiche Reisplantagen in bergigen Landschaften, mit einigen technisch anspruchsvollen Trails.

Danach, Ende Mai, nehme ich am Etappenrennen „The Last Secret“ im Königreich Bhutan teil und dabei über 200 km in 6 Tagen laufen. Das ist mein erster Wettbewerb im Himalaya. Er führt mich durch immergrünen Dschungel, unberührte Dörfer und das wahrscheinlich spektakulärste Kloster der Welt.

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