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Ein Interview mit Michael Runkel

#ospreyeurope

Michael Runkel ist einer von nur 150 Menschen, die bis jetzt jedes Land der Welt bereist haben. Er ist ein Reisefotograf aus Bayern mit einer Lust für Abenteuer. Im Laufe seiner Karriere spezialisierte er sich darauf das UNESCO-Welterbe zu fotografieren und hat bis jetzt bereits über 650 Welterbestätten besucht.

Es gibt mehr Raumfahrer die ins Weltall gereist sind, als Abenteurer die alle Länder der Welt bereist haben. Wie würdest du das Gefühl beschreiben Teil dieser besonderen Gruppe von Abenteurern zu sein?

Mein letztes Land war Saudi Arabien, welches ich im Februar 2018 bereist habe. Es war ganz eigenartig, mir war bewusst, dass ich nun zu einer kleinen Gruppe von Menschen gehöre, die in allen Ländern gewesen sind, aber eigentlich ist dies nie ein großes Ziel gewesen. Ich reise und fotografiere, weil ich die Welt sehen und erleben will. Reines Abhaken war und ist mir nicht so wichtig.

Wie lange hast du gebraucht um alle Länder der Welt zu bereisen?

Am Tag meines Abiturs im Mai 1988 habe ich mit einer Interrail Reise begonnen, die Welt zu bereisen. Seitdem war ich nie weniger als vier Monate pro Jahr unterwegs.

Was inspiriert dich eine Reise zu beginnen?

Das kommt auf das jeweilige Ziel an. Wenn ich im Auftrag unterwegs bin, dann habe ich ja wenig Optionen. Aber bei eigenkreierten Reisen fahre ich zu Orten, an die ich schon immer einmal besichtigen wollte….und selbst nach 30 Jahren gibt es da noch genügend.

Was hat dich dazu inspiriert ein Reisefotograf zu werden?

1993 war in den Nachwehen des langjährigen Bürgerkriegs von Kambodscha in den Ruinen von Angkor unterwegs. Damals war es sehr gefährlich und so schloss ich mich zwei neuseeländischen Fotografen an. Die Reise endete nach mehr als zwei Monaten und ich war so begeistert von den vielen neuen Eindrücken durch die Linse, dass ich mich entschloss, das auch zu machen.

Was war dein unvergesslichster Moment?

Als mich meine Frau auf einem Eisbrecher in der Antarktis angesprochen hat. Von da an reisten wir für die nächsten neun Monate zusammen, bevor sie dann nach Deutschland gezogen ist.

Was war deine größte Herausforderung?

An Weihnachten 2003 war ich dem Ort Bam im Südosten Irans, als in der Nacht ein Erdbeben stattgefunden hat, bei dem 85000 Menschen gestorben sind. Ich war schnell genug, um aus dem Haus zu kommen, bevor es zusammengestürzt ist. In die nächsten 15 Stunden grub ich mit den bloßen Händen zehn Menschen aus den Trümmern. Alle Menschen um uns herum waren tot, so gab es keinerlei Hilfe. Glücklicherweise haben alle 10 Menschen, die ich ausgegraben habe überlebt.

Was war die Reise die dich am meisten bereichert hat?

Bei so vielen Reisen kann ich da keine hervorheben. Alle Reisen haben bzw. hatten ihren eigenen Reiz.

Welches Reiseziel ist dein Lieblingserkundungsort?

Die Welt ist wunderschön und vielseitig. Das Land, das bei mir aber den größten Eindruck hinterlassen hat, war der Jemen. Leider ist seit dem Bürgerkrieg keine Reise dahin mehr möglich. Die ursprüngliche Kultur, die wunderschöne Landschaft und die freundlichen Menschen in dieser Kombination sind einzigartig.

Was ist dein wichtigster Ratschlag für andere, die so reisen möchten wie du?

Ich würde jedem empfehlen so zu reisen, dass er genügend Zeit hat, sich sein Reiseziel anzuschauen. Außerdem würde ich mir Orte aussuchen, die nicht so bekannt sind. Viele Reiseziele sind so überlaufen, dass es überhaupt keinen Spaß mehr macht sie zu bereisen.

Wer sind deine Vorbilder?

Reisevorbilder habe ich keine. Aber als Mensch bewundere ich Barrack Obama.

Du kannst nur ein Buch, ein Musik Album und einen Osprey Rucksack mit auf eine einsame Insel nehmen. Was würdest du mitnehmen?

Die ersten beiden sind für mich nicht so von Bedeutung da ich meine Bücher als Audiobuch und Musik auf dem Smartphone dabeihabe. Meine Sojourn haben ich und meine Frau aber immer dabei. Seit 2012 ist er ein zuverlässiger Reisepartner und uns noch nie im Stich gelassen.

Was sind die wichtigsten Dinge, die du auf deine Reisen mitnimmst?

Meine Kameras ansonsten brauche ich nicht allzu viel!

 

Wenn du noch mehr über Michaels Abenteuer erfahren möchtest, besuche seinen Blog

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